Warum die meisten Frauen Angst haben, eine eigene Firma zu gründen

US-Doku „She started it“ zeigt fünf Gründerinnen auf ihrem Weg durch den Startup-Dschungel. Der Film möchte wachrütteln und Mut machen.

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Das Poster zum Film mit den fünf Gründerinnen, die von den Regisseurinnen zwei Jahre lang begleitet worden sind. Foto: She started it

Berlin. Im Rahmen des „FIELFALT Founders Meetup“ in Berlin hat kurz vor Weihnachten der Film „She started it“ Deutschland-Premiere gefeiert. Er beleuchtet ein Problem der US-amerikanischen Startup-Szene, das den wenigsten auf Anhieb bewusst ist: Es gibt zu wenig weibliche Gründer. Mit ihrem Film wollen Nora Poggi und Insiyah Saeed diesen Zustand gern ändern und jungen Frauen, die ein Unternehmen starten möchten, Mut machen.

Die Dokumentation begleitet die fünf Gründerinnen Thuy Truong, Stacey Ferreira, Sheena Allen, Brienne Ghafourifar und Agathe Molinar über einen Zeitraum von zwei Jahren während sie vor Risikokapitalgebern ihr Geschäftsmodell präsentieren, ihre Teams zusammenstellen und ihre Produkte auf den Markt bringen. Schonungslos werden dabei auch Phasen des Scheiterns und des Neustarts nicht ausgespart.

Der Film nimmt die Zuschauer mit auf eine globale Achterbahnfahrt von San Francisco nach Mississippi, Frankreich und Vietnam. Zu Wort melden sich auf dieser cineastischen Gründertour auch gestandene Frauen wie die Investorin Joanne Wilson, die Chefingenieurin des Weißen Hauses, Megan Smith, die Unternehmerinnen Goldie Blox und Debbie Sterling sowie der erste weibliche Ingenieur bei Facebook, Ruchi Sanghvi.

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Nora Poggi (re.) interviewt Thuy Truong (li.) vor ihrer Wohnung in Mountain View, Kalifornien, während Roberto Daza filmt. Foto: Sheetal J. Patel/She started it

Darüber hinaus werden die tiefer liegenden Ursachen der weiblichen Gründermisere wie zum Beispiel ständige Selbstzweifel, Angst vorm Scheitern und Abneigung gegen Risiko aufgedeckt. Gleiches gilt für die daraus resultierende Spirale nach unten, die sich in fehlenden weiblichen Vorbildern und Investoren sowie einem Mangel an Risikokapital für frauengeführte Unternehmen manifestiert.

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen und die zentralen Zukunftsfelder aus dem Hochtechnologiebereich nicht ausschließlich den Männern zu überlassen, haben sich Nora Poggi und Insiyah Saeed für 2017 hohe Ziele gesetzt: „Wir möchten mit unserer Dokumentation eine Million Frauen und Mädchen erreichen und ihnen zeigen, dass Scheitern keine Schande ist und es immer irgendwie weitergeht.“ Am Ende sei es richtig, ein Risiko einzugehen, wenn man für eine Sache leidenschaftlich brennt, so Poggi und Saeed.

Ein wenig sind die Dinge in den vergangenen Jahren immerhin in Bewegung gekommen. Wie das Portal TechCrunch mitteilt, hat sich laut einer CrunchBase-Studie die Zahl der weiblichen Gründer in den USA zuletzt nach oben entwickelt. Während der Anteil der Startups, die mindestens einen weiblichen Gründer haben, 2009 9,5 Prozent betrug, waren es 2014 mit 18 Prozent beinahe doppelt so viele. In Deutschland lag der Frauenanteil unter den Gründern laut Bundesverband Deutsche Startups 2013 bei 12,8 Prozent, 2014 bei 10,7 Prozent und 2015 bei 13 Prozent.

Stephan Hönigschmid

www.shestarteditfilm.com

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