Tennisbälle aufsammeln, ohne sich zu bücken – diese Dresdner haben die Lösung

Unter dem Namen „blobbler“ hat ein Gründerteam eine handliche Maschine entwickelt, die die mühsame Aufgabe übernimmt. Der Start der Serienfertigung ist für Mitte 2017 geplant.

Madlin und Lutz Stöß gemeinsam mit ihrer Tennisballsammelmachine "blobbler" auf einer Messe. Foto: blobbler – Madlin Stöß und Lutz Stöß GbR/PR

Madlin und Lutz Stöß gemeinsam mit ihrer Tennisballsammelmachine „blobbler“ auf einer Messe. Foto: blobbler – Madlin Stöß und Lutz Stöß GbR/PR

Founderella: Frau Stöß, wie kommt man auf die Idee, eine Tennisballsammelmaschine zu entwickeln? Gab es dafür einen speziellen Anlass?

Madlin Stöß: Also die Idee, eine Tennisballsammelmaschine zu entwickeln, wurde quasi an uns herangetragen. Wir kennen einen Tennistrainer, der es leid ist, ständig Tausende Tennisbälle mühsam einzusammeln. Ihm raubt es einfach zu viel Zeit, belastet seinen Rücken und macht ihm absolut keinen Spaß.

Und weil er endlich eine Lösung für sein tägliches Problem finden wollte, hat er sich an meinen Vater gewandt, der für seine kreativen Erfindungsansätze bekannt ist. Seitdem sind wir im wahrsten Sinne des Wortes am Ball.

Haben Sie sofort gewusst, dass Sie mit der Maschine nicht nur ein lästiges Problem lösen, sondern dass es auch einen Markt für das Produkt gibt?

Ob für ein Produkt ein Markt existiert, kann eigentlich keiner sagen, bis man es auf dem Markt ausprobiert hat. Selbstverständlich haben wir umfassende Marktrecherchen gemacht und alles genau analysiert. Schlussendlich werden die Verkaufszahlen belegen, ob es wirklich vom Markt angenommen wird. Aber aufgrund des bisher sehr positiven Feedbacks sind wir sehr zuversichtlich.

Welche Schritte waren von der ersten Idee bis zur Entwicklung des Geräts notwendig?

Von der ersten Idee bis zum Prototypen waren einige Schritte nötig. Zunächst haben wir uns die zentralen Funktionen überlegt und in Skizzen festgehalten. Danach testeten wir unsere Ideen in einfachen Testaufbauten. Stück für Stück rückten die Details in den Mittelpunkt und wir verbesserten unsere Prototypen.

Bis wir unseren ‚blobbler’ zum Patent anmelden konnten, wurden viele Stunden in der Werkstatt getüftelt und geschraubt. Aktuell arbeiten wir am Aufbau der Serienfertigung unter Berücksichtigung eines ansprechenden Designs. Denn was gut funktioniert, soll auch schön aussehen.

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Wie lange hat der Prozess insgesamt gedauert und welche Hürden mussten dabei überwunden werden?

Seit gut einem halben Jahr arbeiten wir täglich an der Entwicklung des ‚blobbler’. Die allererste Idee ist allerdings schon etwas länger her. In Bezug auf die technologische Umsetzung ist es am kniffligsten, die Tennisballsammelmaschine leicht, transportabel, aber dennoch absolut robust zu bauen.

Die Kraft von Schmetterbällen sollte nicht unterschätzt werden. Und ganz am Ende soll unser ‚blobbler’ auch noch optisch ansprechend aussehen. Funktionalität, Qualität und Design unter einen Hut zu bekommen, ist nicht so trivial…aber wir geben unser Bestes.

Eine andere kleine Hürde in puncto Kommunikation war der lange Name „Tennisballsammelmaschine“. Wir sorgten damit öfters für Schmunzeln und blickten in fragende Gesichter. Jedoch war so schnell der Einstieg ins Gespräch mit Trainern geschafft.

Mittlerweile existiert ein Prototyp des „blobbler“. Wann ist die Markteinführung geplant? Wo soll das Produkt erhältlich sein?

Wir wollen den ‚blobbler’ so schnell wie möglich auf den Markt bringen. Sobald unsere Serienfertigung angelaufen ist, geht’s los. Wie das immer so ist, werden bis dahin wohl noch ein paar Wochen ins Land gehen. Angepeilt ist Mitte 2017. Unser ‚blobbler’ soll im Onlineshop auf unserer Website erhältlich sein und selbstverständlich im Direktvertrieb auf dem Tennisplatz.

Wer bereits jetzt vorbestellen möchte, sichert sich einen Platz auf der Early-Bird-Liste und profitiert später von einem vergünstigten Preis.

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Das Firmenlogo des Dresdner Startups. Foto: blobbler – Madlin Stöß und Lutz Stöß GbR/PR

Neben der Entwicklung des Produkts hat man als Gründer noch jede Menge andere Dinge um die Ohren. Können Sie kurz Ihre persönlichen Erfahrungen und Herausforderungen als Gründerin beschreiben?

Die täglichen Aufgaben sind so vielfältig. Das geht los mit Anfragen bei Zulieferern stellen, über kalkulieren, Webseite erstellen, an Wettbewerben teilnehmen und für Förderprogramme bewerben, rechtliche Fallstricke kennen und vermeiden, bis hin zu jeder Menge Bürokratie.

Die Herausforderung besteht darin, sich einfach zu trauen die neuen Aufgaben anzugehen und große Blöcke in kleine Teilaufgaben zu zerlegen, die man nach und nach abarbeitet. Oft sind es nämlich Dinge, die man so zuvor noch nicht gemacht hat. Insgesamt ist es für uns absolut spannend.

Sind Sie mit dem Gründerstandort Dresden zufrieden? Konnten Sie Förderprogramme in Anspruch nehmen?

Unsere offizielle Firmengründung ist ja noch ganz frisch. Bisher bin ich mit Dresden als Startup-Umfeld sehr zufrieden. Ich habe in den letzten Monaten an vielen Startup-Events teilgenommen und dabei immer sehr nette und hilfsbereite Leute kennengelernt. In Bezug auf die Förderprogramme stehen einem in Sachsen einige Möglichkeiten offen. Wir konnten zwei Programme des Europäischen Sozialfonds (ESF) nutzen.

Wie viele Leute arbeiten gegenwärtig bei ‚blobbler’ mit?

Wir sind aktuell zu dritt. Neben uns beiden Gründern gehört Dominik Bader zu unserem Team. Außerdem unterstützen uns noch unsere Familien und Freunde, worüber wir sehr dankbar sind.

Interview: Stephan Hönigschmid

Blobbler: Der Name leitet sich von dem Geräusch (blobb) ab, das entsteht, wenn die aufgesammelten Bälle in die Sammelbox fallen.

www.blobbler.de

Kurzbiografie der Gründer:

Madlin Stöß, 26 Jahre alt, Bachelor of Science (Wirtschaftswissenschafts-Studium an der TU Dresden), Master of Science (BWL-Studium an der TU Bergakademie Freiberg). „Ich wusste schon während meines Studiums, dass ich später selbstständig sein möchte“, sagt die Gründerin.

Lutz Stöß, 56 Jahre alt, Diplomingenieur für Elektrotechnik (Automatisierungstechnik), entwickelte jahrelang als Entwicklungsingenieur Sondermaschinen in Gestalt von Prüfständen für die Automobil- und Medizinbranche.

Dominik Bader, 28 Jahre alt, Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH), arbeitet parallel im Finanzwesen einer großen Bank.

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1 Comments

  1. Super Idee! Was kosten das Gerät?
    Ich bin zwar kein Tennistrainer, aber Tennisspieler. Und mich stört, dass massenhaft Tennisbälle einfach im normalen Mülleiner landen. Im Internet habe ich unter „Recycling von Tennisbällen“ einen Artikel von einem Herrn Schnellmann gefunden. Dieser stimmt wenig optimistisch, dass mit dem Sammeln von Tennisbällten und deren Recycling Geld zu verdienen ist. Haben Sie eine zündende Idee?

    Mit freundlichen Grüßen
    Rolf Mailänder, Sindelfingen
    Tel. 07031/381777

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