Diese Gründer wollen es für Dresden tun

Eine Gruppe junger Leute möchte nicht nur reden, sondern Projekte schnell und unbürokratisch umsetzen. Mit ihrem interdisziplinären Netzwerk greifen sie anderen unter die Arme.

Roman Schwarz, Stephan Busch, Chris Ludwig (von links, Vorderseite) und Tom Wonneberger und Saskia Rudoph (Rückseite). Foto: lass es uns tun/PR

Roman Schwarz, Stephan Busch, Chris Ludwig (von links, Vorderseite) und Tom Wonneberger und Saskia Rudoph (Rückseite). Foto: lass es uns tun/PR

Dresden. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es, wusste bereits Erich Kästner. Getreu diesem Motto möchte eine Gruppe junger Menschen aus Dresden ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und in der Stadt etwas bewirken. „Lass es uns tun“ lautet der Name der Ende 2014 gestarteten Initiative, die in diesem Jahr auch als Verein gegründet werden soll.

„Lass es uns tun ist ursprünglich entstanden, weil wir mit den bestehenden Netzwerken und Plattformen unzufrieden waren. Meistens hat es sich lediglich um Veranstaltungen gehandelt, bei denen es darum ging, Visitenkarten auszutauschen und neue Kunden zu gewinnen“, sagt einer der Gründer von „Lass es uns tun“, Stephan Busch (30). Ihm und seinen anfänglich zwei Mitstreitern habe aber ein Format vorgeschwebt, das den Menschen, der etwas bewegen will, in den Vordergrund stellt.

„Wir wollen nicht nur reden, sondern tatsächlich etwas tun. Dabei spielt es keine Rolle, welchen Status oder wie viel Geld jemand hat“, sagt Busch und fügt an: „Außerdem ist es egal, aus welcher Branche er kommt. Bei uns gibt es Menschen aus der Kreativbranche genauso wie Berater und Handwerker.“

lassunsspasshaben 2016 from Stephan Busch on Vimeo.

Ähnlich wie in den Vorjahren ist auch 2017 der Tatendrang der mittlerweile sieben festen Mitstreiter ungebrochen. Unter dem Titel „Lass es uns für Dresden tun 2017“ möchten sie durch ihr interdisziplinäres Netzwerk einige Projekte in der sächsischen Landeshauptstadt voranbringen, die es deutlich schwerer hätten, wenn sie nur alleine kämpfen würden.

Ingesamt 18 Bewerbungen sind bisher bei „Lass es uns tun“ eingegangen, von denen zunächst zehn umgesetzt werden sollen. Bereits Ende August will der Verein die Ergebnisse öffentlich vorstellen.

Zu nennen wäre beispielsweise die Tanztruppe von „The Saxonz“. Die biegsamen Jungs rund um Lehmi träumen von ihrem eigenen Tanzzentrum für urbane Tanzkultur im Raum Dresden.  Ziel ist es, ihre ganz eigene Tanzkultur innerhalb der Gesellschaft zu etablieren, zu professionalisieren und den Nachwuchs zu fördern.

Ums Essen geht es hingegen beim Tellerlein deck dich e.V. In Chemnitz seit Jahren ein Erfolg, kommt das Projekt der bunten Teller für Kinder gegen Hunger nun auch nach Dresden.

Fortgesetzt werden soll auch das Bookzin „Stadtluft Dresden“. Nach dem großen Zuspruch der ersten Ausgabe starten die drei Herausgeber Amac, Thomas und Peter in die zweite Runde.

Ein weiteres Projekt ist Black Doula, eine geburtserfahrene Frau, die andere Frauen durch die Zeit der Schwangerschaft, Geburt und danach begleitet. Tatjana jedoch möchte in Zukunft auch Begleitung für Frauen und Männer anbieten, die ihr Kind, sei es selbst gewählt oder nicht, durch einen Schwangerschaftsabbruch verlieren oder bereits verloren haben.

Hilfe brauchen diese und andere Vorhaben zum Beispiel mit Blick auf eine Vereinsgründung, Fördergelder Sponsorenkontakte, Räumlichkeiten oder Social-Media-Experten.

LASSESUNSTUN.de – lassunstreffen#1 from Stephan Busch on Vimeo.

Mit ihrem Engagement will das Team um Stephan Busch, das auch weitere Formate wie „Lass uns beraten“, „Lass uns kennenlernen“ oder „Lass uns Spaß haben“ veranstaltet, einen Effekt erzielen, der über die eigentlichen Projekte hinausgeht.

„Wir möchten zum einen nach den vielen negativen Schlagzeilen, die die Stadt in den vergangenen Monaten produziert hat, endlich wieder ein positives Signal aussenden und auch den Menschen, die Montag für Montag demonstrieren gehen, zeigen: Ihr könnt selber etwas tun und Dinge verändern“, sagt Busch, der sich das unkonventionelle Handlungskonzept auch als Blaupause für andere Städte vorstellen kann und hofft, auch innerhalb der Verwaltung ein Umdenken zu unbürokratischeren Entscheidungen bewirken zu können.

„Wir werden unser Vorgehen und unsere Erfahrungen dokumentieren und diese Konzepte später interessierten Kommunen in ganz Deutschland zur Verfügung stellen“, sagt der Finanzwirtschaftler und Versicherungsmakler, der zusammen mit einem Kompagnon in Dresden eine eigene Firma betreibt.

Stephan Hönigschmid

www.lassesunstun.de

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