Wer kommt denn da angestromert…?

Erster eGolf läuft in der Gläsernen Manufaktur in Dresden vom Band. Auch eine solarbetriebene Elektrotankstelle nimmt den Betrieb auf.

Hier laufen die ersten in Dresden gefertigten Modelle des eGolf vom Band. Foto: Stephan Hönigschmid

Hier laufen die ersten in Dresden gefertigten Modelle des eGolf vom Band. Foto: Stephan Hönigschmid

Dresden. Nach sechsmonatigem Umbau ist am Montag in der Gläsernen Manufaktur in Dresden der erste eGolf vom Band gelaufen. Das Fahrzeug geht an einen Kunden aus Norwegen. Weitere 800 Wagen werden ebenfalls in den hohen Norden ausgeliefert. Der skandinavische Staat zählt neben Deutschland, Österreich und Frankreich zu den Hauptabsatzmärkten für das neue Auto. 2015 war der eGolf in Norwegen das meistverkaufte Auto und landete 2016 auf dem dritten Platz.

Der erste eGolf in der Farbe weiß hat 136 Pferdestärken unter der Motorhaube und laut VW eine Reichweite von 300 Kilometern. Allerdings ist dies ein Idealwert. Je nach Geschwindigkeit, Fahrstil und geographischen Gegebenheiten werden es am Ende wohl etwa 240 oder 250 Kilometer sein, teilte der Autokonzern mit. Der Stromverbrauch beträgt 12,7 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Der Preis liegt bei etwa 35.990 Euro.

Per Kran werden die Autos innerhalb der Manufaktur transportiert. Foto: Stephan Hönigschmid

Per Kran werden die Autos innerhalb der Manufaktur transportiert. Foto: Stephan Hönigschmid

Der eGolf in einem sehr frühen Stadium. Foto: Stephan Hönigschmid

Der eGolf in einem sehr frühen Stadium. Foto: Stephan Hönigschmid

Ab Mai werden – nach einer Anlaufphase – täglich 35 Elektro-Fahrzeuge gebaut. Sie werden sowohl im Golf-Leitwerk in Wolfsburg als auch in Dresden produziert. Volkswagen hat in der Gläsernen Manufaktur 20 Millionen Euro in den Umbau der 2001 für die Luxuslimousine Phaeton errichteten Fertigungsstätte investiert.

„Der heutige Tag ist ein wichtiger Meilenstein für die Gläserne Manufaktur auf dem Weg zum ‚Center of Future Mobility‘. Für Volkswagen beginnt jetzt in Dresden das Zeitalter der Elektromobilität“, sagte der neue Standortleiter Lars Dittert. Mit dem Anlauf des eGolf werden am Standort zunächst rund 250 bis 300 Mitarbeiter tätig sein. Das Werk arbeitet vorerst im Einschicht-Betrieb.

Arbeiter beim Montieren des Fahrzeugs. Foto: Stephan Hönigschmid

Arbeiter beim Montieren des Fahrzeugs. Foto: Stephan Hönigschmid

Der Start der Fertigung in Dresden ist Teil der Elektrifizierungsoffensive der Marke Volkswagen, welche ab 2020 durchstarten soll. Die Elektromobilität soll laut Aussage des Konzerns zu einem Markenzeichen von Volkswagen werden.

Passend zum Produktionsstart wurde vor der Manufaktur eine öffentliche, solarbetriebene Elektrotankstelle mit vier Ladepunkten in Betrieb genommen. Der Strom wird mit Photovoltaik-Panels an der Manufaktur erzeugt. Jeder, der ein Elektroauto hat, kann dort unabhängig von der Marke seines Autos ein Jahr lang kostenfrei tanken beziehungsweise aufladen. Einmal aufladen dauert 30 bis 40 Minuten. Überschüssige Energie wird in einer langlebigen Batterie mit einer Kapazität von 130 Kilowattstunden zwischengespeichert oder ins Werksnetz eingespeist.

Die solarbetriebene Elektrotankstelle vor der Manufaktur. Foto: Stephan Hönigschmid

Die solarbetriebene Elektrotankstelle vor der Manufaktur. Foto: Stephan Hönigschmid

Der eGolf beim Auftanken bzw. Aufladen. Foto: Stephan Hönigschmid

Der eGolf beim Auftanken bzw. Aufladen. Foto: Stephan Hönigschmid

Ein Jahr lang ist das Aufladen kostenfrei möglich – auch für Nutzer anderer Marken. Foto: Stephan Hönigschmid

Ein Jahr lang ist das Aufladen kostenfrei möglich – auch für Nutzer anderer Marken. Foto: Stephan Hönigschmid

Überschüssige Energie kann in dieser Batterie zwischengespeichert werden. Foto: Stephan Hönigschmid

Überschüssige Energie kann in dieser Batterie zwischengespeichert werden. Foto: Stephan Hönigschmid

Wer während des Ladens ein Handyfoto von seinem Auto macht, bekommt im Mitte April öffnenden neuen Café von Starkoch Mario Pattis (Name noch geheim) in der Manufaktur kostenfrei einen Kaffee.

Der Chef der der Dresdner Wirtschaftsförderung, Robert Franke, betonte: „Das ist die Tankstelle der Zukunft. Volkswagen gibt den Weg in Dresden vor und zeigt, was ‚Future Mobility‘ bedeutet. Wir wollen zur Modellstadt für Elektromobilität werden. Dafür brauchen wir zukünftig ein dichtes Netz öffentlicher Ladestationen.“

Volkswagen Sachsen und die Landeshauptstadt Dresden hatten vor kurzem eine umfassende Partnerschaft zur Förderung von Elektromobilität und Digitalisierung vereinbart, die Dresden zur Modellstadt für nachhaltige und integrierte urbane Mobilität machen soll. Der Standort wird neben Wolfsburg als Auslieferungsort für die elektrifizierten Modelle der Marke Volkswagen – also den e-up!3, e-Golf sowie Golf GTE4 und Passat GTE5 –  etabliert.

Lars Dittert – der neue Standortleiter der Gläsernen Manufaktur. Foto: Stephan Hönigschmid

Lars Dittert – der neue Standortleiter der Gläsernen Manufaktur. Foto: Stephan Hönigschmid

Vor einem Jahr wurde in der Gläsernen Manufaktur für Besucher und Kunden zudem die „Erlebniswelt für Elektromobilität und Digitalisierung“ eröffnet. Mehr als 30 Exponate und Fahrzeuge vermitteln derzeit auf interaktive und spielerische Art einen Einblick in die Mobilität der Zukunft. 2016 hatten mehr als 85.000 Besucher das Haus besucht und mehr als 2.300 Interessierte die Probefahrten mit Elektromodellen genutzt.

www.glaesernemanufaktur.de/de/

It's only fair to share...Share on FacebookTweet about this on TwitterEmail this to someonePrint this page

2 Comments

  1. Es freut mich sehr, dass der EGolf endlich in der gläsernen Manufaktur angekommen ist. In Deutschland gibt es, was Elektromobilität angeht, leider noch viel Nachbesserungsbedarf. Die solarbetriebene Elektrotankstelle finde ich ausgezeichnet. Bisher fand ich das Thema Elektromobilität etwas häuchlerisch, da man zum Großteil auf Energie aus nicht erneuerbaren Quellen zurückgreifen muss. Ich hoffe, dass in Deutschland mehr solcher solarbetriebenen Tankstellen gebaut werden und dass die deutschen Autobauer sich mehr auf die E-Mobilität konzentrieren, damit bald leistungsfähigere Akkus in den Autos verbaut und die Autos ansich bezahlbarer werden.

  2. Leider kann ich da meinen Focus Electric nicht laden – da ich wie auch andere älteren EV-s´nur Typ 1 Stecker im Fahrzeug eingebaut habe :(.
    Wenn da an Stelle des Typ 2 Kabels „nur“ Mennekes Stecker eingebaut wäre so könnte ich wenigstens meinen Adapter Typ2 / Typ1 benutzen. So finde ich eine so teuere und Moderne Ladestation diskriminierend für meiste Asiatische bzw. ältere EV-s´. Überlege ob es aus Ungewissheit oder Absicht passierte…? MFG. Reichl

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen