Mit diesem Startup entdecken Touristen Dresdens kreative Seite

Siebdruck, Brot und Eierschecke: Nachdem die Firma Subcultours bereits in Costa Rica und Berlin aktiv ist, startet sie jetzt auch in Sachsens Landeshauptstadt ihre alternativen Angebote für Touristen.

Auf Costa Rica können die Touristen unter Anleitung ihre eigenen Surfbretter herstellen. Foto: Subcultours/PR

Auf Costa Rica können die Touristen unter Anleitung ihre eigenen Surfbretter herstellen. Foto: Subcultours/PR

Dresden. Frauenkirche, Zwinger, Residenzschloss: So sieht für viele Touristen in Dresden das Standardprogramm aus. Dass es zusätzlich auch noch eine alternative und kreative Szene gibt, bleibt hingegen vielen verborgen. Allerdings könnten sich das jetzt ändern.

Unter dem Namen „Subcultours“ haben die Gründerinnen Katja Krämer (28) und Julia Pfitzner (22) eine Website gestartet, die sich ausschließlich auf die Subkultur einer Stadt konzentriert und entsprechende Angebote vermittelt.

„Katja hat die Firma im April 2016 auf Costa Rica gegründet. Ursprünglich hat sie International Management in Berlin und Paris studiert und anschließend in Dubai bei einem großen Sportschuhhersteller gearbeitet. Danach wollte sie aber gern etwas Eigenes auf die Beine stellen“, berichtet ihre Mitgründerin Julia Pfitzner, die ihre Kollegin in einem Hostel in Costa Rica das erste Mal traf und sich nun um den Aufbau des Geschäfts in Dresden kümmert.

Katja Krämer erklärt in dem kurzen Clip die Idee von Subcultours (Video in englischer Sprache).

Ziel sei es gewesen, eine nachhaltige Form des Tourismus unter Einbeziehung von Künstlern und Kreativen zu etablieren und diesen gleichzeitig eine Bühne zu geben. .

„Katja hat die Idee auf einer Backpacker-Tour durch Südamerika kennengelernt und dann auf Costa Rica mit den ersten Workshops angefangen. Unter anderem können die Touristen dort für 35 Dollar Kaffeefarmen besuchen und von Kaffeebaristas in einem Workshop lernen, wie der Kaffee hergestellt wird“, sagt Pfitzner, die zuvor als Erzieherin gearbeitet hat, bis sie von Katja Krämer gefragt wurde, ob sie mit in die Firma einsteigt.

Beliebt sind in Costa Rica auch die Besuche auf einer Kaffeefarm. Foto: Subcultours/PR

Beliebt sind in Costa Rica auch die Besuche auf einer Kaffeefarm. Foto: Subcultours/PR

Ein weiteres Angebot umfasst die Anfertigung eines Surfbrettes. „Der Kurs kostet ab 600 US-Dollar und wurde bereits zweimal gebucht“, sagt die 22-Jährige. Interessant ist auch die Arbeit eines Bikini-Designers, der Interessentinnen auf dem Weg zu ihrem individuellen Bikini behilflich ist.

Video von der Eröffnungsveranstaltung von Subcultours in Berlin (Video in englischer Sprache).

Nachdem Katja Krämer die Aktivitäten ihres Unternehmens im Mai 2017 auf Berlin ausweitete und dort unter anderem Kurse im Herstellen von Schokoladenskulpturen, Seminare von Bondage-Künstlern sowie die Produktion eines Songs zusammen mit einem elektronischen DJ im Repertoire hat, erfolgte nun Ende Juni der Start in Dresden.

In Berlin vermittelt Subcultours den Kontakt zu einem DJ. Im Studio besteht die Möglichkeit, selbst Stücke zu produzieren. Foto: Subcultours/PR

In Berlin vermittelt Subcultours den Kontakt zu einem DJ. Im Studio besteht die Möglichkeit, selbst Stücke zu produzieren. Foto: Subcultours/PR

Um auch für die sächsische Landeshauptstadt ein spannendes Angebot zu bieten, war Julia Pfitzner in den vergangenen Monaten intensiv bei zahlreichen Veranstaltungen unterwegs.

„Ich habe beispielsweise den Street-Art-Künstler Andy K bei der Magic-City-Ausstellung getroffen. Anderen Künstlern bin ich auf dem Grafik-Markt in Meißen begegnet oder habe sie einfach auf Instagram angeschrieben“, sagt die gebürtige Dresdnerin, die selbst erstaunt war, wie groß das kreative Potenzial ihrer Heimatstadt ist.

Die Reaktionen auf ihre Anfragen waren überwiegend positiv. „Einige Künstler waren dankbar, weil sie sich schon lange mit dem Gedanken getragen hatten, einen Workshop anzubieten. Andere wiederum hatten eigentlich noch nicht so viel Selbstvertrauen, wollten dann aber doch dabei sein“, berichtet Pfitzner.

Gegenwärtig hat Subcultours in Sachsens Landeshauptstadt zwölf Partner. Auf dem Programm stehen beispielsweise Dinge wie Bread ’n Passion mit Torsten Görg von Kornkreise, der mit den Teilnehmern gemeinsam frisches Brot bäckt, oder Silkscreenprinting mit Lars P. Krause von Douze, der die Touristen in die Geheimnisse des künstlerischen Siebdrucks einweiht.

Ebenfalls geplant sind traditionelle Tätigkeiten wie die Zubereitung von Eierschecke, die gerade in Dresden natürlich nicht fehlen darf. Von den Einnahmen geht der Großteil an die Künstler. Subcultours erhält für die Vermittlung eine Provision von 20 Prozent.

Torsten Görg (2.v.l.) von Kornkreise bäckt mit mit den Besuchern des Workshops frisches Brot. Foto: Subcultours/PR

Torsten Görg (2.v.l.) von Kornkreise bäckt mit mit den Besuchern des Workshops frisches Brot. Foto: Subcultours/PR

Dass Katja Krämer und Julia Pfitzner mit ihrer Idee einen Nerv in eine Marklücke gestoßen sind, merken sie unter anderem anhand der Reaktionen aus dem Stadtmarketing. „Auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin haben wir Karla Kallauch vom Dresdner Stadtmarketing kennengelernt. Gegenwärtig befinden wir uns zwecks einer Kooperation in Gesprächen“, sagt Pfitzner.

Auf diese Weise könnte sich ein weiterer Vertriebskanal auftun. Bisher machen die Gründerinnen vor allem per Online-Marketing sowie durch den Kontakt mit Hotels auf sich aufmerksam.

Der Künstler Lars P. Kraus (li.) zeigt den Teilnehmern die Tricks und Kniffe des Siebdrucks. Foto: Subcultours/PR

Der Künstler Lars P. Krause (li.) zeigt den Teilnehmern die Tricks und Kniffe des Siebdrucks. Foto: Subcultours/PR

Organisatorisch gehört der Dresdner Standort mit Berlin zusammen und firmiert als Unternehmergesellschaft (UG), während es sich in Costa Rica aufgrund der anderen Rechtslage um eine Aktiengesellschaft handelt.

Stephan Hönigschmid

www.subcultours.com

Transparenzhinweis: In diesen Artikel wurden am 29. Juni 2017 Änderungen eingefügt, um Fehler zu korrigieren.  

Abu Dhabi wurde durch Dubai ersetzt, der Preis für den Surfbrettkurs wurde von 1500 Euro in 600 US-Dollar geändert und statt Bread ’n Education heißt es jetzt Bread ’n Passion. 

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