Investor: „Gründer müssen ihre Idee auch verkaufen können“

Obwohl sich in der europäischen Startup-Szene zuletzt eine Menge getan hat, gibt es noch Verbesserungsbedarf. Zwei Investoren weisen auf Schwachstellen hin.

Hendrik Van Asbroeck, Managing Director bei Engie New Ventures. Foto: Stephan Hönigschmid

Hendrik Van Asbroeck, Managing Director bei Engie New Ventures. Foto: Stephan Hönigschmid

Dresden. Eine gute Idee und ein passendes Geschäftsmodell und schon läuft die Firma quasi von selbst. Diesem Trugschluss erliegen Gründer vor allem in Europa immer wieder. Dass zusätzlich auch Verkäuferqualitäten notwendig sind und das Marketing eine große Rolle spielt, darauf machte Hendrik Van Asbroeck vom Pariser Energieunternehmen Engie kürzlich auf den High Tech Venture Days in Dresden aufmerksam.

„Im Silicon Valley sind die Leute darauf trainiert, eine Idee zu verkaufen und andere zu beeindrucken. Diese Fähigkeit fehlt häufig noch in Europa“, so van Asbroeck, dessen Unternehmen 2014 einen Fonds geschaffen hat, um in Startups zu investieren. 166 Millionen Euro stehen ihm momentan für Investments zur Verfügung. Unter anderem hat sich Engie bereits an der Dresdner Firma Heliatek beteiligt, die organische Solarfolien herstellt.

Damit sich das europäische Startup-Ökosystems weiter verbessert, schlägt van Asbroeck vor, dass es eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen, den Regierungen, Investoren und Startups eben sollte.

Christof Siebert, Leiter Technologie- und Innovationsmanagement bei der Trumpf GmbH & Co. KG. Foto: Stephan Hönigschmid

Christof Siebert, Leiter Technologie- und Innovationsmanagement bei der Trumpf GmbH & Co. KG. Foto: Stephan Hönigschmid

Dass es neben dem unzureichenden Marketing gerade in Deutschland auch noch in anderer Hinsicht Nachholbedarf gibt, darauf weist Christof Siebert von der Firma Trumpf hin. Stichwort: Mittelstand. Obwohl sich Mittelständler und Startups eigentlich gegenseitig befruchten könnten, geschehe dies nach wie vor viel zu wenig.

„In Deutschland begegnet man oft dem ‚Not-invented here‘ Syndrom. Alles, was nicht selbst entwickelt wurde, wird erst einmal skeptisch gesehen“, sagte Christof Siebert vom Traditionsunternehmen Trumpf aus Ditzingen auf den High Tech Venture Days. Diese Sichtweise müsse man überwinden. Für etablierte Unternehmen würden sich durch die Zusammenarbeit mit Startups große Chancen ergeben, sagt Siebert.

Und auch umgekehrt sei das lohnenswert, weil Geld allein nicht ausreicht, um das High-Tech-Geschäftsmodell eines Startups hochzukalieren. Gemeinsam mit dem Know-how eines größeren Unternehmens sei das besser zu erreichen. „Kooperation ist der Schlüssel für den Erfolg“, so Siebert.

Sein Arbeitgeber geht dabei mit gutem Beispiel voran und hat für Early Stage und Seed Investments einen Fonds in Höhe von 40 Millionen Euro geschaffen. Trumpf investiert dabei inbesondere in den Bereichen Photonics und Smart Factory.

STH

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