Dresdens Gründermütter schließen sich zusammen

Patentanwältin Alett Großmann will das Netzwerk der Mompreneurs wiederbeleben. Gemeinsam wollen die Unternehmerinnen sich Mut machen und unterstützen.

Die Dresdnerin Alett Großmann hat die Mompreneurs in Dresden wiederbelebt. Foto: Roger Günther Fotografie für Arlett Großmann/Pateum

Die Dresdnerin Alett Großmann möchte sich gern mit anderen Unternehmerinnen austauschen, die ebenfalls Kind und Karriere unter einen Hut bringen müssen. Foto: Roger Günther Fotografie für Arlett Großmann/Pateum

Dresden. Für das eigene Kind Zeit haben und trotzdem beruflich durchstarten – diese Möglichkeit sehen viele Mütter nicht im Angestelltendasein, sondern nur in der Selbständigkeit. Auch die Dresdner Patentanwältin Arlett Großmann (34) hat diese Erfahrung gemacht. „Als Mutter einer achtjährigen Tochter möchte ich mir meine Zeit frei einteilen können. Mit meiner eigenen Kanzlei ist dies besser möglich, als wenn ich angestellt arbeiten würde“, sagt sie und fügt an: „Wenn ich meine Tochter zum Beispiel nachmittags zum Sport bringe, kann ich diese Zeit einfach am Abend nachholen.“ 

Diese Arbeitsweise komme außerdem ihren Interessen zugute. Während sie als Angestellte ein thematisch enges Feld bearbeiten müsste, biete die Selbständigkeit eine größere Vielfalt. „Neben meiner Tätigkeit als Patentanwältin, bei der ich Erfinder, Startups und Unternehmensgründer bei der Patentanmeldung begleite, bin ich unter anderem als Autorin für einen juristischen Blog tätig“, berichtet Großmann, die mit ihrer Firma Pateum seit Anfang des Jahres am Start ist. 

Durch ihre Selbständigkeit kann Arlett Großmann ihren Tag flexibler gestalten, so dass sie auch mehr Zeit für ihre achtjährige Tochter hat. Foto: Alett Großmann/privat

Durch ihre Selbständigkeit kann Arlett Großmann ihren Tag flexibler gestalten, so dass sie auch mehr Zeit für ihre achtjährige Tochter hat. Foto: Alett Großmann/privat

Wiederbelebung der Mompreneurs

Weil sie sich gern mit anderen Müttern austauschen möchte, die ebenfalls unter die Gründer gegangen sind, hat sie jetzt ein neues Projekt in Angriff genommen. „Ich möchte die Dresdner Gruppe der Mompreneurs wiederbeleben. Bis vor zwei Jahren hat das Netzwerk existiert und ist irgendwie eingeschlafen“, sagt Großmann. Bei den Mompreneurs handelt es sich zunächst um eine Facebookgruppe, der in Dresden 160 Frauen angehören. Regelmäßige Treffen im richtigen Leben gehören jedoch ebenfalls dazu. Derzeit gibt es die Mompreneurs vor allem in zahlreichen westdeutschen Städten und in Berlin. Der Begriff setzt sich aus den englischen Worten Mom (Mutter) und Entrepreneur (Unternehmer) zusammen. 

Mut machen und netzwerken

„Mütter haben Probleme, die andere Unternehmerinnen ohne Kinder vielleicht nicht so sehr interessieren. Daher wollen wir uns zusätzlich zu den fachlichen Themen auch über Dinge wie Kinderbetreuung austauschen.“ Gerade Mütter würden sich oft fragen, ob sie bei der ganzen Arbeit mit dem eigenen Unternehmen nicht ihre Kinder vernachlässigen. „Einige zweifeln dann, ob sie das Richtige tun. Der Treff soll deshalb auch dazu dienen, sich gegenseitig Mut zu machen.“ Darüber hinaus gefalle ihr der Gedanke eines branchenübergreifenden Treffens. „Ich finde das spannend, weil man sich so auch gegenseitig helfen kann. Eine kennt sich vielleicht mit der Website aus und eine andere wiederum mit dem Marketing“, erklärt Großmann den Ansatz. 

Von der Chemikerin zur Patentanwältin

Sie selbst ist nicht nur von ihren Interessen her, sondern auch aufgrund ihrer Ausbildung breit aufgestellt. „Ich habe ursprünglich Chemie an der TU Dresden studiert und darin auch promoviert. Durch einen Zertifikatskurs, der zweimal im Jahr in Dresden stattfindet, bin ich auf die Möglichkeit gestoßen, Patentanwältin zu werden.“ So habe sie noch ein juristisches Grundstudium und eine entsprechende Ausbildung absolviert, so Großmann. 

Ungewöhnlich ist dieser Weg nicht. „Während diese Karriereperspektive in Dresden kaum bekannt ist, ist das in München sehr verbreitet. Dort studieren beispielsweise viele Maschinenbau, um anschließend Patentanwalt zu werden“, sagt Großmann. 

Gemeinsames Treffen im Kraftwerk Mitte

Alle Dresdner Mütter, die sich mit ihr vernetzen möchten, haben am 23. Mai um 10 Uhr beim ersten Treffen der Mompreneurs im Neonworx-Coworkingspace im Kraftwerk Mitte die Gelegenheit. Zum Auftakt ist zudem Managementberaterin Christiane Hoffmann zu Gast. Sie spricht über das Thema „Wer fühlt, der führt – über die Chance emotionale Bilder in Unternehmenserfolg zu überführen.“ Die Teilnahme ist kostenpflichtig. Tickets sind über Eventbrite zum Preis von 18 bis 20 Euro verfügbar. 

Stephan Hönigschmid

http://www.pateum.de

https://www.eventbrite.de/e/mompreneurs-dresden-meetup-reunion-tickets-45508794028

https://www.facebook.com/groups/mompreneurs.dresden/

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