Reanimations-App räumt bei Startup-Weekend in Dresden ab

Das Team VR Nursing hat diesmal den Sieg eingefahren. Mit Hilfe von virtueller Realität will es die Ausbildung im Gesundheitswesen verbessern. 

Das Team VR Nursing hat beim diesjährigen Startup Weekend in Dresden den ersten Platz belegt. Foto: Stephan Hönigschmid

Das Team VR Nursing hat beim diesjährigen Startup Weekend in Dresden den ersten Platz belegt. Foto: Stephan Hönigschmid

Dresden. Die Jury hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Dennoch war das Votum am Ende eindeutig. Das Team VR Nursing gewinnt das diesjährige Startup Weekend in Dresden. Es handelt es sich dabei um eine App, die die Ausbildung im Gesundheitswesen im Bereich von Wiederbelebungsmaßnahmen verbessern will. Durch den Einsatz von Virtual und Augmented Reality sollen Maßnahmen wie Herzdruckmassagen bei Herzversagen lebensechter simuliert werden. Bisher werde das Reanimationstraining an Puppen geübt und nur einmal pro Jahr aufgefrischt. Dabei sei der Lerneffekt aber minimal, sagte ein Teammitglied von VR-Nursing, das selbst als Krankenschwester gearbeitet hat.

Im Notfall fehlen die Kenntnisse

Es beschrieb seine Überforderung, als während der täglichen Arbeit zum ersten Mal ein Patient reglos am Boden lag. „Ich wusste nicht, was ich tun soll“, sagte die Teilnehmerin, die verdeutlichte, dass bereits nach einer Minute ohne Reanimation ein Gehirnschaden von zehn Prozent eintrete und nach fünf Minuten eigentlich bereits alles zu spät sei. Als Markt sieht das Team nach eigenen Angaben den Endverbraucher an, da junge Leute in der Ausbildung technikaffin und für eine Verbesserung der Wissensvermittlung aufgeschlossen seien.  


(Quelle: https://www.facebook.com/startupweekenddd/)

Meditations-App soll Schüler beflügeln

Auf dem zweiten Platz des Startup Weekends landete das Team Aumio mit seiner Meditations-App. Diese möchte die Schulleistungen von Kindern verbessern, indem sie zum einen spielerisch mit einer Weltraumanimation, einem Raumschiff und unbekannten Planeten Wissen vermittelt. Zum anderen aber bewusst regelmäßig Phasen der Meditation einbaut, in denen die Schüler zur Ruhe kommen und das Gelernte verarbeiten können.

Mit ihrer Meditations-App wollen die Gründer von Aumio den Lernerfolg von Schülern verbessern. Foto: Stephan Hönigschmid

Mit ihrer Meditations-App wollen die Gründer von Aumio den Lernerfolg von Schülern verbessern. Foto: Stephan Hönigschmid

Kein dritter Platz vergeben

Weil die Qualität der Teams in diesem Jahr besonders hoch gewesen sei, habe sich die Jury bewusst entschieden, keinen dritten Platz zu vergeben, teilte Christian John vom Verein Gründergarten mit. Zu diesen Teams zählte unter anderem Skill Master. Dieses hatte eine Art Suchmaschine für Unternehmen erdacht, mit deren Hilfe die Personalabteilung einen besseren Überblick über die Fähigkeiten der Mitarbeiter bekommt. Durch den Einsatz von Fragebögen wird dabei eine Datenbank aktualisiert, die dafür sorgt, dass die Mitarbeiter für bestimmte Projekte einfacher rekrutiert werden, aber auch Weiterbildungen maßgeschneiderter angeboten werden können. 

Ende des Versteckspiels in den sozialen Netzwerken

Das Team Speaco wollte wiederum die Anonymität der sozialen Netzwerke durchbrechen. Anstatt sich hinter Textmitteilungen oder Avataren zu verstecken, werden die Nutzer ähnlich wie per Skype mit anderen Nutzern per Videoschalte verbunden und können sich von Angesicht zu Angesicht unterhalten. Die Themen, die gerade im Trend liegen, möchten die Gründer von Twitter abschöpfen und dann Leute mit vergleichbaren Interessen zusammenbringen. Analog zur Dating-App Tinder sollen Nutzer nach links wischen können, wenn sie mit jemandem nicht harmonieren. Mit Werbeeinblendungen oder bezahlten Premium-Accounts will die Firma Einnahmen erzielen. 

Raus aus der Schuldenfalle mit Robin Rich

Ums Geld ging es auch bei der Idee des Teams Robin Rich. Per Statistik wiesen die Teammitglieder darauf hin, dass auch gut ausgebildete Menschen immer öfter in die Schuldenfalle tappen. Mit ihrer App möchten sie das ändern. Diese kann zum Beispiel an das persönliche Konto angeschlossen werden, so dass alle Ein- und Ausgaben übersichtlich dargestellt werden. Auf diese Weise steht dann auf einer Liste, dass der Kinobesuch 16 Euro oder der Einkauf im Supermarkt 19,79 Euro gekostet hat. Damit sich was ändert, weist die App darauf hin, zum Beispiel den Energieanbieter zu wechseln, woanders einkaufen zu gehen oder das Geld besser anzulegen. In Gestalt von Videotutorials haben die Nutzer die Gelegenheit zu lernen, wie sie besser mit ihrem Geld umgehen. 

In diesem Jahr gastierte das Startup Weekend im Impact Hub am Hauptbahnhof in Dresden. Foto: Stephan Hönigschmid

In diesem Jahr gastierte das Startup Weekend im Impact Hub am Hauptbahnhof in Dresden. Foto: Stephan Hönigschmid

Thema Bildung als Schwerpunkt

Das Startup Weekend erlebte in diesem Jahr seine vierte Auflage in Dresden. Nach der Informatikfakultät im vergangenen Jahr gastierte es diesmal im Impact Hub am Hauptbahnof. Wie die Veranstalter von der Gründungsinitiative Gründergarten mitteilten, haben sich reichlich 40 Teilnehmer in den verschiedenen Teams engagiert. Der Schwerpunkt lag auf dem Thema Bildung. Innerhalb von 54 Stunden haben Gründer, Studenten, Developer, und Designer unter der Anleitung von Business- und Marketing-Profis gemeinsam aus Ideen Geschäftsmodelle entwickelt. „Es ist die ideale Gelegenheit, um Co-Gründer zu finden oder andere auf ihrem Weg zu begleiten – und um die Dresdner Startup-Community zu stärken“, sagt Leo Käßner, Sprecher des Organisationsteams. 

Stephan Hönigschmid

http://communities.techstars.com/germany/dresden/startup-weekend/12997

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