Dresdner Startup Wandelbots holt Sachsens Gründerpreis

Auf der „futureSAX“-Konferenz im Ostra-Dome in Dresden wurden am Mittwoch die innovativsten Firmen des Freistaats ausgezeichnet. 500 Gäste fieberten der Verleihung entgegen. 

Aus den Händen von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (li.) erhielt das Wandelbots-Team die Auszeichnung. Foto: Stephan Hönigschmid

Dresden. Das Dresdner Startup Wandelbots sorgt weiter für Aufsehen. Nachdem die Firma bereits im Mai bei dem Wettbewerb „Sachsens Unternehmer des Jahres“ ausgezeichnet wurde, holte sie am Mittwoch den Sächsischen Gründerpreis. Aus den Händen von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) erhielt das Team auf der „futureSAX“-Konferenz die Urkunde. „Als Dresdner Firma freuen wir uns sehr, dass unsere Arbeit auch hier vor Ort in der Region wahrgenommen wird“, sagte Wandelbots-Mitgründerin Maria Piechnick. Wichtiger als der Preis sei jedoch das damit verbundene Netzwerk.

Netzwerk wichtiger als die Auszeichnung

„Ich habe auf der Konferenz viele tolle Gespräche mit potenziellen Kunden und mit Investoren geführt. Auch Kontakte zu möglichen neuen Mitarbeitern haben sich ergeben“, zieht sie eine positive Bilanz. Die Dresdner Firma hat eine Anwendung entwickelt, mit der auch Menschen ohne Programmierkenntnisse Industrieroboter programmieren können. Dies geschieht per Sensorjacke, indem ein Arbeiter dem Roboter eine bestimmte Bewegungen vormacht und er diese dann nachmacht und schließlich „lernt“. 

Dulig: Dürfen Angstmachern nicht das Feld überlassen

Da „futureSAX“ die Innovationsplattform des Freistaates Sachsen ist, war Wirtschaftsminister Martin Dulig der Hausherr der Veranstaltung. Wenige Monate vor der Landtagswahl schaltete er in seiner Ansprache kurzzeitig in den Wahlkampfmodus. „Wir leben in einer Zeit, in der vieles im Wandel ist. Diese Aufgabe müssen wir annehmen und dürfen das Feld nicht denen überlassen, die mit Angst ihr Geschäft machen.“ Spannend finde er in Wirtschaft und Forschung vor allem branchenübergreifende Ansätze, wo beispielsweise Ingenieure mit Geisteswissenschaftlern zusammenarbeiten, so Dulig. 

Preise für Satellitenantrieb und Trainingssystem

Neben Wandelbots wurden weitere Gründer ausgezeichnet. Den zweiten Platz belegte dabei die Morpheus Space GmbH. Sie produziert die kleinsten Ionenstrahlantriebe weltweit. Schuhkartongroße Nano-Satelliten lassen sich damit preisgünstig steuern und entsorgen. Dritter wurde die Leipziger Jymmin GmbH. Sie bietet ein Trainingssystem für Musikfeedback-Sport an, das alleine oder in Gruppen genutzt wird.

Mit dem Sächsischen Gründerpreis unterstützt der der Freistaat Sachsen die Entwicklung von guten Ideen zu tragfähigen Geschäftskonzepten sowie besonders innovative und wachstumsorientierte Gründungsvorhaben. Für den Wettbewerb werden jährlich Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro ausgelobt.

Vergeben wurden auf der Konferenz auch wieder der ebenfalls mit 30.000 Euro dotierte Sächsische Transferpreis für den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Geschäftswelt sowie der mit 50.000 Euro dotierte Sächsische Innovationspreis, welcher innovative Mittelständler prämiert. Die Jury hatte die Qual der Wahl, kam am Ende aber zu einem eindeutigen Votum.

20 Jahre Forschung an organischen Halbleitern

So ging der Transferpreis an Prof. Karl Leo von der TU Dresden, der seit mehr als 20 Jahren an organischen Halbleitern forscht. Unter anderem zählt er zu den Gründern der Firma Novaled, die 2013 für eine viertel Milliarde Euro an den Samsung-Konzern verkauft wurde. Der erste Platz des Sächsischen Innovationspreises 2019 ging an die Innoperform GmbH. Die Malschwitzer entwickelten einen Fensterfalzlüfter für Kunststofffenster. Dieser ermöglicht auch bei geschlossenem Fenster die Lüftung eines Raums, so dass sich kein Schimmel bildet.

Dass Prof. Karl Leo (2. v.li.) den Transferpreis verdient hat, daran gab es keinen Zweifel. In den vergangenen Jahren hat er auf dem Gebiet der organischen Elektronik eine Menge erreicht und die wissenschaftlichen Erkenntnisse gezielt kommerzialisiert. Foto: Stephan Hönigschmid

 

Übersicht Preisträger 2019

Sächsischer Gründerpreis 2019:

1. Platz: Wandelbots GmbH, Dresden – „Demonstrationsbasiertes Anlernen von Robotern“

2. Platz: Morpheus Space GmbH, Dresden – „Mikroantriebe für Nano-Satelliten zur nachhaltigen Nutzung des Weltraums“

3. Platz: Jymmin GmbH, Leipzig – „Stimulation emotional-motorischer Kontrolle durch Musikfeedback“

4. futureSAX-Publikumspreis: Team SAM Assistance, Dresden – „Selbstlernendes Assistenzsystem für Maschinenbediener“

Sächsischer Transferpreis 2019:

1. Platz: Prof. Dr. Dr. Karl Leo, Technische Universität Dresden – „Miniaturisierbare Spektroskopie basierend auf organischer Elektronik“

2. Platz: Prof. Dr.-Ing. Jens-Peter Majschak, Technische Universität Dresden –„cera2heat – Revolution industrieller Heizprozesse“

3. Platz: Karl Lötsch, Technische Universität Chemnitz – „Großserientaugliche Herstellung von metallischen PEM-Bipolarplatten“

4. Sonderpreis Technologiemittler: Maria Kryger, Universität Leipzig, „Entwicklung einer herzgesünderen Rostbratwurst“

Sächsischer Innovationspreis 2019

1. Platz: Innoperform GmbH, Malschwitz – „arimeo – die neue Generation Fensterfalzlüfter“

2. Platz: Fabmatics GmbH, Dresden – „Flexibler, selbst-navigierender, autonomer Roboter mit adaptiven, modularen Handhabungssystemen“

3. Platz: Zellkraftwerk GmbH, Leipzig – „Zellscanner und Cytobot“

4. Sonderpreis der sächsischen Handwerkskammern: isotech Gebäudetechnik e.K. – „steam X: innovative Dampftechnologie“

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