Diese Gründerin aus Leipzig macht ihr Putzmittel selbst

Mit einfachen Hausmitteln wie Essig, Natron oder Kernseife können Kunden des Startups „Sauberkasten“ ihre eigenen Reiniger und Waschmittel herstellen. Das soll vegan, umwelt- und gesundheitsfreundlich sein. Wir haben mit Co-Gründerin Jeanette Schmidt über ihre Erfindung gesprochen.

Jeanette Schmidt hat sich die Idee für den „Sauberkasten“ ausgedacht. Foto: Sauberkasten

Founderella: Frau Schmidt, bitte stellen Sie sich und Ihr Startup kurz vor. Was bekommen die Kunden, wenn Sie sich für den „Sauberkasten“ entscheiden?

Jeanette Schmidt: „Sauberkasten“ liefert alles, was man zum Selbstmachen von Reinigern, Waschmitteln oder Körperpflegeprodukten braucht: Sets mit funktionierenden Rezepten, altbewährte Hausmittel und praktische Hilfsmittel. Die selbstgemachten Alltagsprodukte sind umweltfreundlich, gesundheitsverträglich und verursachen weniger Müll.

Wie ist die Idee entstanden?

Ich habe das Konzept und einen ersten Prototypen des „Sauberkastens“ im Rahmen meiner Bachelorthesis für den Studiengang „Integriertes Design“ an der Hochschule Anhalt in Dessau Anfang 2016 entwickelt. Die Idee zum „Sauberkasten“ kam mir, als ich mich gefragt habe, wie ich meinen Alltag noch nachhaltiger gestalten kann. Nachdem ich meinen Haushalt analysiert hatte, stellte ich fest, dass vor allem in meinem Putzschrank viele Produkte standen, von denen ich nicht wusste, was sie enthielten. Phosphate, Formaldehyd, Natriumsulfat? – Nur schwer war nachzuvollziehen, was das für Stoffe sind. Doch schnell wurde mir klar, dass sie für Mensch und Umwelt nicht gesund sind.

Gespräch mit Oma bringt den Durchbruch

Die Suche nach Alternativen führte mich zu meiner Oma. Sie konnte von einigen altbewährten Hausmitteln erzählen und gab so den entscheidenden Impuls für den „Sauberkasten“. Im Internet fanden sich zahlreiche Tipps und Rezepte für selbstgemachte Reiniger. So viele, dass die Sichtung und Auswahl zeitintensiv und mühsam war. Das Selbstmachen an sich und die Reiniger haben mich aber voll und ganz überzeugt. Und darum entwickelte ich das Konzept des „Sauberkastens“: ein Set, mit dem man zehn verschiedene Reiniger selbst herstellen kann, ohne sich mit einer langen Suche nach Rezepten und den richtigen Zutaten aufhalten zu müssen. 

Haben Sie zuvor Marktforschung, z.B. im Freundeskreis, betrieben, um sicherzugehen, dass es dafür einen Markt gibt?

Erst auf Nachfragen im Freundes- und Bekanntenkreis haben wir den Schritt gewagt und aus einem Studienprojekt ein marktfähiges Produkt entwickelt. Später haben wir eine Crowdfunding-Kampagne realisiert, um sicher zu gehen, dass unser Produkt auch gut ankommt. Das Crowdfunding war sehr erfolgreich und gab uns viel positives Feeback. 

Welche Summe ist bei der Crowdfunding-Kampagne 2017 zusammengekommen?

Beim Crowdfunding sind 42.138 Euro zusammengekommen. Dieses Geld haben wir benutzt, um alle Vorbestellungen (Sauberkästen) zu produzieren. https://www.startnext.com/sauberkasten

So sieht der „Sauberkasten“ aus. Einzelne Zutaten lassen sich per Rezept zu Putz- und Waschmittel zusammenmischen. Foto: Sauberkasten

Obwohl solche Erfolge Mut machen, kann das Gründerleben eine Achterbahnfahrt sein. Ist es Ihnen leicht gefallen, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen?

Ja. Wir wollten gern unabhängig sein und selbstbestimmt Arbeiten. Das haben wir damit geschafft. Allerdings weiß man anfangs gar nicht so genau, auf was man sich eigentlich einlässt. Würde man vorher wissen, was alles auf einen zukommt, würde es einem wahrscheinlich nicht so leicht fallen. 

Was haben Sie als nächstes vor, um ihr Startup voranzubringen?  

Wir planen einige neue Produkte. Die Herausforderung ist allerdings, diese in einem kleinen Team mit begrenzten zeitlichen Kapazitäten umzusetzen. Daher möchten wir gern weiter wachsen und unser Team erweitern. 

Jeanette Schmidt (li., 29) und Henriette Grewling (30) haben das Leipziger Startup „Sauberkasten“ gegründet. Foto: Sauberkasten

Einige Mitarbeiter haben Sie ja bereits eingestellt. Wie hat sich das angefühlt, wenn die Firma auf einmal Stück für Stück wächst?

Da wir keine Geldgeber (Investoren) haben, ist es für uns eine große Herausforderung gewesen, jemanden anzustellen. Immerhin bedeutet das, nicht nur für unser Einkommen zu sorgen, sondern auch Verantwortung für Mitarbeiter zu übernehmen. Somit haben wir vorsichtig angefangen und Mitte 2019 unsere Werkstudentin Melisse mit ins Boot geholt. Im Herbst folgte unser Versandexperte Andy. Er hat als Erster eine Festanstellung bei uns bekommen. In diesem Jahr soll es weitergehen – wir haben demnächst eine Team-Assistenz-Stelle zu vergeben.

sauberkasten.com

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