Startup aus Leipzig hilft beim Kampf gegen Corona

Unter dem Namen „Denarase“ stellen die Biochemiker ein heiß begehrtes Enzym für Impfstoffe her. Der Umsatz der Firma wächst deutlich.

Marc Struhalla vom Leipziger Unternehmen C-Lecta. Foto: Stephan Hönigschmid

Marc Struhalla ist Gründer und Geschäftsführer des Leipziger Unternehmens C-Lecta. Foto: Stephan Hönigschmid

Leipzig. Corona hält die Welt in Atem. Fieberhaft suchen Forscher nach einem Impfstoff gegen Covid-19. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch eine Entwicklung des Leipziger Startups C-Lecta. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet, stellen die Biochemniker unter dem Namen „Denarase“ ein künstliches Enzym her, das bei der Herstellung von Impfstoffen eingesetzt wird. 

C-Lecta-Gründer und Geschäftsführer Marc Struhalla sagte dem MDR, dass die Lösung für die Pandemie aus der Wissenschaft kommen müsse. Insbesondere die Biotechnologie könne einen Beitrag leisten, um Impfstoffe bereitzustellen, die in der Lage seien, das Virus zurückzudrängen, so Struhalla.

25 Milliliter kosten 5.000 Euro

Das benötigte Enzym stellt er gemeinsam mit seinem Team in Bioreaktoren her. Dazu werden entsprechende Mikroorganismen kultiviert, die den Stoff später ausschütten. 20 bis 25 Milliliter kosten dabei reichlich 5.000 Euro. Trotzdem ist die Nachfrage seit Beginn der Corona-Kris stark gestiegen. Wie C-Lecta dem MDR mitteilte, hat sich die Nachfrage verdoppelt. „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten einen siebenstelligen Umsatz mit dem Enzym realisiert“, sagt Marc Struhalla. 

Ausgründung aus der Universität

Für Aufsehen sorgt die Biotechfirma aus Leipzig nicht erst seit dem Ausbruch des Corona-Virus’. Auch zuvor hat sie sich bereits rasant entwickelt. Aus fünf Mitarbeitern, die beim Start 2004 dabei waren, sind inzwischen mehr als 70 geworden. „Wir sind eine Ausgründung aus dem Institut für Biochemie der Universität Leipzig und waren gerade in der Anfangszeit noch sehr akademisch“, sagt Marc Struhalla, der in dem Fach promoviert hat. 

In den ersten Jahren konzentrierte sich das Startup zunächst auf das Projektgeschäft und stellte selbst nichts her. Ausgangspunkt war eine neue Screeningmethode, mit der sich kostengünstig Millionen von Enzymvarianten durchmustern lassen, um bestimmte, verbesserte Enzyme zu entdecken. Es gehe darum, die für das jeweilige Vorhaben passende Enzymvariante zu finden, sagt Struhalla über das patentierte Verfahren.

Von der Dienstleistung zum eigenen Produkt

Weil die Firma zwar an der Dienstleistung verdiente, aber nicht am Umsatz der Produkte beteiligt war, änderte C-Lecta die Strategie. Mittlerweile hat sie mehrere eigene Produkte im Repertoire und stellt unter anderem  einen Süßstoff her, der wie Zucker schmeckt, aber keine Kalorien hat. Große Konzerne wie BASF, Henkel und Roche gehören zu den Partnern, mit denen die Leipziger zusammenarbeiten. Auf diese Weise gelang es C-Lecta zuletzt, ein deutliches Umsatzwachstum im Produktbereich hinzulegen. 2018 lag der Umsatz nach Unternehmensangaben bei rund fünf Millionen Euro.

www.c-lecta.com

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